Oberlinxweiler mit Herz & Charme"                           

 

Wissenswertes über Oberlinxweiler

Aktualisiert Janur 2017

                                                                                      

Ein Bild, hier eine Federzeichnung vom 2010 verstorbenen Heimatforscher Heinrich Schwingel, zeigt einen alten Teil des Dorfkernes und der  Römerbrücke  (am Brückenbacher Weg). Es ist wohl mit die bekannteste Ansicht von Oberlinxweiler und prägt die Dorfgeschichte wesentlich mit. Heute sind in Teilen der gezeigten Häuserensembles die Kulturscheune Hochmühle, sowie das Ortsvorsteherbüro untergebracht. Aufgrund seiner Verdienste für den Ort, wurde der untere Platz vor dem Haupteingang der Kulturscheune nach  Heinrich-Schwingel   benannt.

                                                                                     

Geographie

Oberlinxweiler liegt an der Blies, am Fuße bzw. nördlich des Spiemonts (400 Meter) und des Steinbergs (375 Meter). Der Einschnitt zwischen Steinberg und Spiemont wird auch als  "Linxweiler Pforte"  bezeichnet. Hier schlängelt  sich zwischen Spiemont und Steinberg idyllisch die Blies durch das Tal. Durch den Bau der Nahetalbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts und den Neubau der B 41 Anfang der 1970er Jahre wurde diese Engstelle aufgeweitet. Seit dem Jahr 2007 gehört Oberlinxweiler wie das gesamte Gebiet der Stadt St. Wendel zum Naturpark Saar-Hunsrück.


  

Geschichte von Oberlinxweiler



Urkundlich wurde Oberlinxweiler erstmals im Jahre 871 als "Lainchesivilliare" in einer Urkunde Kaisers Ludwig II, genannt "der Deutsche" erwähnt. Hierbei geht um die Dotation des 1573 aufgelösten Klosters Neumünster; dieses Kloster ist seinerseits die Keimzelle der heutigen Stadt Ottweiler, die zu den ältesten Gründungen im Saarland zählt. Die Urkunde existiert in drei Abschriften aus dem 16. und dem 17. Jahrhunder, in denen der Ort unter verschiedenen Namen - Linchisivillare, Lainchisivillare, Lainchisvillare - erscheint. Andere Urkunden erwähnen Linxweiler, später geteilt in Niederlinxwiler und Oberlenxwiler.

Die Geschichte beider Orte Orte teilt diejenige Ottweilers; im Dreißigjährigen Krieg wurden sie verwüstet. Über Jahrhunderte gehörten Ober-und Niederlinxweiler zur Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Nördlich grenzte Oberlinxweiler an die Stadt St. Wendel, die zum Kurfürstentum Trier gehörte. Noch heute wird deshalb der hintere Teil der Jakob-Stoll-Straße im Volksmund "die Grenz" genannt.

Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1794 wurde Oberlinxweiler Teil des französischen Saardepartements. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress (1815) und eines Zusatzvertrages mit dem Königreich Preußen kam der Ort 1816 zur "Herrschaft Baumholder"; die zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld gehörte und 1819 in Fürstentum Lichtenberg umbenannt wurde. 1834 wurde dieses Fürstentum an Preußen verkauft, und damit wurde Oberlinxweiler Teil der preußischen Rheinprovinz.

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Oberlinxweiler am 1. Januar 1974 der Kreisstadt St. Wendel zugeordnet. Neben dem alten Ortskern sind in den letzten 100 Jahren neue Ortsteile und Wohngebiete entstanden, so Am Dilling, Am Spiemont, Im Eckenthal, Am Hirschberg und zuletzt Auf der Ha. Mit knapp über 2100 Einwohner, Stand Januar  2017,  zählt Oberlinxweiler zu den größten Stadtteilen von St. Wendel und erfreut sich durch seine zentrale Anbindung zur Kernstadt einer großen Beliebtheit.

                                                                                           

Die Gegend war Bodenfunden zufolge bereits in prähistorischer Zeit bewohnt. So befand sich auf dem Spiemont eine keltische Befestigungsanlage, die auch noch in römischer Zeit genutzt wurde. Um 1840 führte der im Jahr 1836 gegründete St. Wendeler Historische Verein eine erste Grabung am Spiemont durch. Am nordöstlichsten Berghang wurden in der Flur "Auf Hendschhof"  römerzeitliche Mauern in einer Ausdehnung von 150 Fuß ausgegraben, es wurden auch Säulenstücke, ein Steinrelief mit nackten Knaben und Vogel, eine Wasserleitung und Münzen von Claudius (41-54) bis Licinius (308-324) gefunden. Die Grabung ergab, dass das Gebäude wohl durch einen Brand zerstört worden ist. 1891 fand dann am östlichen Ende des Spiemonts im Flur "Kalkofen" eine weitere Ausgrabung in römischen Siedlungsresten statt. Wichtigster Fund war ein gut erhaltenes Badebecken, aus dem ein Bleirohr mit Bronzekappe und Klappverschluss hervor schaute. Neben Töpfen und Ziegelsteinen wurde auch eine aus Sandstein hergestellte Statue ausgegraben.

Um das Jahr 1850 wurde in der Ortsmitte von Oberlinxweiler bei Erdarbeiten für den Bau einer Scheune, die heute als Kulturzentrum Hochmühle genutzt wird, eine früh-mittelalterliche Kirchenwüstung entdeckt. Laut der Oberlinxweiler Schulchronik, die der Lehrer Johann Georg Schneider um Ende des 19. Jahrhunderts verfasst hat,wurden folgende Funde gemacht:


1. Ein großer Klumpen geschmolzenen Glockengutes mit Schiefer und Erde vermischt, dazu zwei eiserne Klöppelwurde (nahe dem Ostend) gefunden.

2. Eine größere Anzahl von Gerippen , von denen meistens der Schädel gut erhalten war und  vollzählig mit Zähnen besetzt waren, während die dünneren Gliederknochen  sich sehr  morsch  und zerfallen zeigten. Deutlich bemerkte man dabei zwei, an manchen Stellen sogar drei  Leichen übereinander. Holz und Sargteile wurden nicht entdeckt-wie man sagt, keine Spur davon wahrgenommen. Fast alle Gerippen schienen dem kräftigsten Mannesalter  angehört zu haben (die Fundstelle ist der Hintergrund der Tenne)

3. Etwas mehr nach Westen wurde ein starker Hohlschlüssel gefunden dessen Form dem ?? (unleserlich)  Jahrhundert angehört, und in natürlicher Größe abgebildet ist.

Die abgetragenen Erdmassen wurden zum Auffüllen des Bahndamms der Nahetalbahn genutzt. In der Chronik von Lehrer Schneider heißt es dazu:

"Ohne Zweifel hätten auch diese typischen Funde damals noch eine Menge kleinerer gemacht werden können, die uns wertvolle Aufschlüsse gegeben hätten, aber Einsicht und Interesse für die Lokalgeschichte werden in jener -geldreichen Zeit des Eisenbahnbaues selten gewesen sein. Der ganze Abraum wurde auf den Bahndamm abgefahren, wofür dem Besitzer noch eine Vergütung bezahlt wurde. Dort wurden die unverletzten Schädel pietätvoll wieder mit Erde umhüllt, und so brausen die Züge über die alten Frankenköpfe und täuschen ihnen Schlachtgetöse vor, das einst den schwertgewaltigen Männern so vetraut war. 

                                                                                                            Der Verein für Orts- und Familiengeschichte stellt sich vor:

 Am 12. August 2004 trafen sich einige heimatinteressierte Bürger von Oberlinxweiler und gründeten die Arbeitsgemeinschaft für Orts- und Familienkunde. Am 28. Juni 2007 erfolgte der Eintrag im Vereinsregister unter dem Namen:

                  Verein für Orts - und Familiengeschichte e.V.                                                                                            

                                                                            

Die Vereinsmitglieder treffen sich in unregelmäßigen Abständen Dienstags ab 19.00 Uhr im Vereinsraum in der Kulturscheune Hochmühle (Eingang am Heinrich-Schwingel-Platz). Neben der Sichtung, Auswertung und Archivierung alter Fotos und Dokumenten widmen wir uns verschiedenen Projekten, die in der Historie des Dorfes und seiner Umgebung von Bedeutung sind. Unser kleiner Verein (zurzeit 13 Mitglieder) ist regelmäßig mit einer Fotoausstellung am Dorffest präsent und bringt jedes Jahr den Dorfkalender  " Sellemols bei uns im Dorf "   heraus. In unregelmäßigen Abständen publizieren wir auch Bücher. Der Anfang wurde mit dem umfangreichen Familienbuch 2009  gemacht. Im Jahr 2013 folgte dann  mit  "Zeitreise - Alte Oberlinxweiler  Dorfansichten" das zweite Buch.

Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen, oder unterstützen Sie uns, mit alten Fotos. Unsere aktuellen Vereinstermine erfahren Sie bei Manfred Caspari, Telefon (06851) 81515 und Manfred Brühl (06851) 5682 oder senden Sie eine Mail an:

email: manfred.caspari@t-online.de

Das Vereinsleben spielt auch hier im Ort eine große Rolle. Es werden nahezu alle Sportarten angeboten. Folgende Sportstätten sind vorhanden: der Rasenplatz des Sportvereins Oberlinxweiler, die Mehrzweckhalle an der Grundschule, die Tennisplätze sowie die Schützenanlage des Schützenvereins. Auch abseits der sportlichen Tätigkeiten bieten viele Vereine Geselligkeit in vielfältiger Form für die Bewohner des Ortes an. Die meisten Vereine sind auch in der Interessengemeinschaft vertreten und gestalten mitunter auch das Dorffest, das alle 2 Jahre stattfindet, mit.

 

Im Jahr 1957 wurde die neue Grundschule   in der damaligen noch selbständigen Gemeinde eingeweiht. Seit einigen Jahren werden die Schüler/innen von Oberlinxweiler, Niederlinxweiler und Remmesweiler gemeinsam bis zum Abschluss des 4. Schuljahres hier nun unterrichtet. Die  Schule wird als sportlich, bewegte, inklusive Schule geführt.  Direkt am Schulgebäude wurde am 27. August 1972  die neue Mehrzweckhalle offiziell eingeweiht und bietet hier den Schülern sowie den Vereinen im Ort auch die Gelegenheit sich sportlich zu betätigen.  Besonders stolz kann man sein, dass die Grundschule  die  Auszeichnung Gütesiegel "Sportbewegte Schule"  vom Landessportverband für das Saarland im Jahr 2015 erhalten hat.    Diese Auszeichnung haben bis zu diesem Zepitpunkt nur 4 Schulen im Saarland erhalten. Mehr Wissenswertes erfahren Sie auch auf der Homepage der Grundschule unter www.gs-oberlinxweiler.de


Im Bild links bekommen sie Eindrücke vom Steinbruch, wo noch heute Steine gebrochen und durch neue Technik gemahlen werden. Die Geschichte der Steinbrüche prägt Oberlinxweiler auch nach Jahrzehnten des Abbaus noch heute. Riesige Erdbwegungen vermitteln was in all den zurückliegenden Jahren hier geschaffen wurde. Dabei hat sich die Natur heute vieles wieder zurückgenommen, wie das Bild hier vermittelt.

 

 

Der Anfang der 1960er Jahre stillgelegte Steinbruch im Steinberg, zwischen Oberlinxweiler und Remmesweiler, steht seit 1999 unter Naturschutz und birgt im Verborgenen (in unmittelbarer Nähe zur Firma SEB) noch den in der Dorfsprache bekannten "Silbersee". (rechtes Bild)

 

 

Zu einem Schmuckstück in unserem Ort ist auch der "Grenzer Brunnen" auf der Grenz geworden. In liebevoller Arbeit und mit erheblichen Zeitaufwand wurde hier in den letzten Jahren ein sehr schönes Ensemble  geschaffen, welches auch unter der Dorfbevölkerung sehr gut angenommen wird. Dies zeigen immer wieder die jährlich stattfindenden Feste, wie das traditionelle Brunnenfest im September und das Nikolaus-Glühen. Auch wird der Grenzer Brunnen immer wieder von Spaziergänger und Radfahrer als Zwischenstation für eine kleine Pause genutzt.


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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